Radio Donnersberg

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Als die Hörer ausblieben, entschloss man sich zu riskantem Handeln: Ich gab meine gut bezahlte Stellung auf, und der Trägerverein stellte mich für einen "Hungerlohn" als hauptberuflichen Chef vom Dienst ein. Ab April 1995 gab es den ganzen Tag über moderiertes Programm. Ein Azubi wurde zusätzlich auf 630.--Markbasis eingestellt und weitere Mitarbeiter, die tagsüber Zeit hatten (meist Hausfrauen), kamen hinzu. Rigoros wurde dann damit begonnen, das Programm zu standardisieren, zu "formatieren". Auf einmal hatten wir Hörer, die Werbeschaltungen liefen an. Das formatierte ganztägige Programm und die Bemühungen der Werbeakquisition hatten gefruchtet.


1996 war das beste Jahr für Radio Donnersberg. Das Programm wurde ausgeweitet, die lokale Berichterstattung lief richtig an, wir waren auf Veranstaltungen präsent, finanzmäßig machten wir Gewinn für Anschaffungen und Rücklagen, und die Hörerzahl nahm stetig zu. Innerhalb allerdings kriselte es langsam. Erste Stimmen derer wurden laut, die ehrenamtlich eine Sendung gestalteten, dass es unfair sei, dass es bezahlte Kräfte gäbe, wenn andere ihre Freizeit opferten. Was die ausser Acht liessen war, dass hier sichere Stellen aufgegeben wurden, um das Radio voranzubringen - ohne hätte es Radio Donnersberg damals schon gar nicht mehr gegeben. Und: Auch die bezahlten Kräfte wurden ja nur für ihre Arbeit tagsüber bezahlt; abends und am Wochenende schoben auch sie ehrenamtliche Schichten zusätzlich. Um einen weiteren Schritt zur Professionalität zu machen, wurde ein Volontär mit der Musikredaktion betraut. Er fegte schnell mit eisernem Besen alle die in den Hintergrund, die mit der Standardisierung und Formatierung des Programms nicht Schritt halten konnten. Zwar machte ich mich oftmals zu dessen Handlanger, aber oft musste ich auch vermitteln. Der Ärger wurde grösser; erste Kollegen verliessen den Sender.


Der Anfang vom Ende


1997 gab es im Verein Wahlen, und besagter Musikredakteur schaffte es knapp, in den Vorstand gewählt zu werden. Mit seinen neuen Ideen und Vorstellungen schaffte er es, das Gremium vor die Zerreissprobe zu stellen. Ich war unbeugsam und lehnte mich gegen allzu weites Aus-dem-Fenster-Legen auf; schliesslich gab der Kollege in einem taktischen Schachzug auf und trat zurück. Sein Nachfolger bekam als einer der ersten mit, dass er im Hintergrund die Unzufriedenheit vieler Mitarbeiter, die er selbst mit verursacht hatte, nutzte, um einen Umsturz vorzubereiten. Als ich dem Vorstand meinen Rücktritt anbot, um die (mir vorgegaukelte) schlechte Stimmung zu beruhigen, wusste ich nicht, dass die Weichen schon längst gestellt waren. Der Weg war frei, um den besagten Redakteur zum neuen Vorsitzenden durchzuboxen. Zwar wurde mir nach meinem Rücktritt einiges klar, aber es war zu spät, gegen die Machenschaften anzukämpfen. Kurzum: Der neue Vorstand stellte sich selbst als "DIE neuen Macher" dar, die den Sender jetzt couragierter vertreten und zum noch grösseren Erfolg führen würden. Alles das also sollte gemacht werden, wogegen ich mich angeblich verschlossen und was ich blockiert hätte.



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