Der Anfang
Die Idee, einen privaten Lokalsender in der Pfalz zu starten, geht bis in die zweite Hälfte der 60er Jahre zurück. Damals hatte ich durch Zufall den Aufstieg des 1. Programms des Saarländischen Rundfunks, der "Europawelle Saar", zum Publikumsfavoriten mitbekommen und war fasziniert. Da wollte ich mitmachen! Die Ernüchterung allerdings kam; sie kam Anfang der 70er Jahre, als ich mit der Schule fertig war und mich bei Radiosendern bewarb. Die Erkenntnis war schmerzlich, aber ich mußte sie schlucken: Auf eine offene Stelle kamen etwa tausend Bewerber. Es war also schlichtweg aussichtslos.
Es sei denn, ... Es sei denn, man etabliert einen eigenen Sender. Doch die Idee wurde
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Es tut sich 'was
Schon fast vergessen, weil sich jahrelang nichts tat, wurde mein Plan 1977 urplötzlich
zu einem Wendepunkt geführt. Erstmals gab es in Deutschland Diskussionen über die
Zulassung privater Rundfunkveranstalter -
Und er kam. 1982 wurden die Pläne für Privat-
Jetzt handeln
Der Zufall wollte es, daß ich Sommer 1983 einen alten Bekannten rein zufällig auf
dem Augustmarkt in Kirchheimbolanden beim Stöbern an einem Plattenstand traf. Beim
gemeinsamen Durchblättern der schwarzen Scheiben kamen wir ins Gespräch. Es stellte
sich heraus, daß auch er sich fürs Radio interessierte. Sofort machten wir einen
Termin aus, an dem wir uns -
In meinem Keller wurde ein provisorisches Mini-
Wir senden
Der Verein, der von meinem radio-
Doch so weit kam es gar nicht. Noch während der Vorbereitungen zu diesen aufgezeichneten
wöchentlichen Sendungen brachte unser damaliger Vorsitzender Neuigkeiten aus Ludwigshafen
von einer Sitzung mit der Genehmigungsbehörde mit. Danach sollte schnellstens eine
landesweite freiabstrahlende Privat-
Der Anfang ist gemacht
Schon bevor bekannt wurde, daß es eine terrestrisch abstrahlende Senderkette auf
privatrechtlicher Basis geben würde, interessierte sich die SPD für uns. Auf regionaler
Ebene wurde uns Interesse entgegengebracht. Nachdem der Run auf die Lizenz begonnen
hatte, kamen auch andere auf uns zu. Radio Donnersberg entschloß sich schließlich,
dem SPD-
Auf den vielen Sitzungen des LR, die ich mit anderen zusammen für Radio Donnersberg besuchte, mußte ich ein Phänomen feststellen: Als es um den Aufbau ging, zog jeder am gleichen Strang. Als man auf Sendung war, fühlte sich jeder benachteiligt, und die Streitereien begannen, die dann dazu beitrugen, daß der LR zerschlagen wurde. Ein Zustand, den ich später beim eigenen Projekt "Radio Donnersberg" leider auch feststellen mußte; aber dazu kommen wir noch.
»Schaufenster Nordpfalz«
Radio Donnersberg sendete. Und das sogar über Antenne. Aus meinem Keller wurden wöchentlich
zwei produzierte Cassetten mit je 20 Minuten "Schaufenster Nordpfalz" (zuerst "Schaufenster
Donnersberg") nach Ludwigshafen geschickt, die jeweils dienstags und donnerstags
kurz vor 17 Uhr gesendet wurden. Die LR-
Nach einiger Zeit mietete der Verein in einem Privathaus einen Raum an und verbesserte
auch seine technische Einrichtung. Finanziert wurde die Verbesserung durch Werbung,
die ein Fachmann aus der Region für uns im Gewaltmarsch einholte. Ab und zu durften
die Kirchheimbolander auch am Wochenende mal live aus Ludwigshafen eine Stunde senden.
Und bald wurde auch eine halbe Stunde Nachtprogramm gelegentlich aus Kirchheimbolanden
aufgezeichnet ausgestrahlt. Auch Features von einer Stunde Länge kamen aus Kirchheimbolanden
ins Radio 4-
Die nächste Stufe
Radio 4 bröckelte, der Erfolg blieb aus. Zunächst verkaufte Radio 85 seine Anteile
an RPR. Und 1989 legte die aus der AKK hervorgegangene Genehmigungsbehörde LPR (die
AKK war nur noch Studiobetrieb) fest, daß die anstehende Lizenzverlängerung nur noch
an einen einzigen Anbieter ginge. Das konnte nur RPR sein. Der innerlich von Querelen
gebeutelte LR verkaufte dann, und schließlich auch PRO Radio 4. Für uns bedeutete
das erst einmal das Aus für unsere Sendetätigkeit. Miteigentümer an Radio 4 -
Zu dieser Zeit kam Endstimmung auf. Keiner wußte so recht, wie es weitergehen sollte. Zwar hatte man bisher kein eigenes unabhängiges Programm senden können, aber wenigstens durfte man "mitsenden": das war jetzt vorbei. 1990 verkabelte die Stadt Kirchheimbolanden ihr Gebiet mit Breitbandkabel. Der damalige Bürgermeister kam auf uns zu und meinte, es sei doch nur logisch, daß wir darin unser Programm ausstrahlen könnten. Darauf konzentrierte sich nun unser Wirken. Plötzlich war wieder Aufbruchstimmung da. Wir mieteten Räume im historischen Vorstadtturm, bauten die Technik weiter aus, rekrutierten weitere Mitarbeiter. Das Management unter meiner Leitung war damit beschäftigt, die notwendige Lizenz einzuholen und Verträge mit den zuständigen Stadtwerken wurden ausgehandelt. Nach vielen Verhandlungen bekamen wir im Mai 1991 die Genehmigung der LPR, und nach noch mehr Verhandlungen gingen wir am 1. November 1991 endlich auf Sendung. Für die Werbung sorgte von da an eine Kollegin, die auf Provisionsbasis arbeitete und dafür ihren Job aufgab.
Unter eigener Regie
Das Programm an Samstagen und Sonntagen bestand aus jeweils zehn Stunden Livesendungen.
Werktags sendete man zwei Stunden live, und um die vorgeschriebene Mindestsendestundenanzahl
von fünf zusammen zu bekommen, wiederholte man drei Stunden Programm vom Wochenende.
Und obwohl die Kirchheimbolander Geschäfte zaghaft Werbung schalteten, die Hörer
blieben aus, die Werbung ging wieder zurück. Damals begann ich, ums überleben des
Senders zu kämpfen. Ich rannte förmlich der mittlerweile sozialdemokratisch geführten
Landesregierung in Mainz die Tür ein. Immerhin waren wir das, was die SPD mit dem
LR nicht geschafft hatte: ein alternatives Radioprogramm (im Sinne von "nicht-
Zuerst sendete Radio Donnersberg weiterhin das "Kabelprogramm", zwei Stunden live
und drei Aufzeichnungen. Den Rest bestritt ein CD-
Als die Hörer ausblieben, entschloß man sich zu riskantem Handeln: Ich gab meine
gut bezahlte Stellung auf, und der Trägerverein stellte mich für einen "Hungerlohn"
als hauptberuflichen Chef vom Dienst ein. Ab April 1995 gab es den ganzen Tag über
moderiertes Programm. Ein Azubi wurde zusätzlich auf 630.-
1996 war das beste Jahr für Radio Donnersberg. Das Programm wurde ausgeweitet, die
lokale Berichterstattung lief richtig an, wir waren auf Veranstaltungen präsent,
finanzmäßig machten wir Gewinn für Anschaffungen und Rücklagen, und die Hörerzahl
nahm stetig zu. Innerhalb allerdings kriselte es langsam. Erste Stimmen derer wurden
laut, die ehrenamtlich eine Sendung gestalteten, daß es unfair sei, daß es bezahlte
Kräfte gäbe, wenn andere ihre Freizeit opferten. Was die außer Acht ließen war, daß
hier sichere Stellen aufgegeben wurden, um das Radio voranzubringen -
Der Anfang vom Ende
1997 gab es im Verein Wahlen, und besagter Musikredakteur schaffte es knapp, in den
Vorstand gewählt zu werden. Mit seinen neuen Ideen und Vorstellungen schaffte er
es, das Gremium vor die Zerreißprobe zu stellen. Ich war unbeugsam und lehnte mich
gegen allzu weites Aus-
Chaos
Doch die Rechnung ging nicht auf. Nach knapp sechs Monaten war man am Ende. Die Kassen
waren fast leer, die Werbekunden davongelaufen, die Stimmung in der Mannschaft auf
dem Tiefpunkt -
Ein dann neu eingesetzter Vorstand, den ich quasi zur Rettung des Projekts maßiv
beim Wahlkampf unterstützte, harmonierte nicht. Der Vorsitzende trat zurück, und
in Ermangelung eines neuen Kandidaten, übernahm der Kassenwart den Vorsitz kommissarisch
gleich mit. Leider hatte der vom Radio keine Ahnung, und er konnte kaum etwas verbessern.
Die Kassen wurden zwar kurzfristig etwas aufgemöbelt, weil er Außenstände eintrieb,
aber neue Werbung gab es fast nicht. So blieb die Finanzsituation schlecht. Schließlich
kam es, wie es kommen mußte: Man konnte mich -
Das Ende
Ab dem jahre 2000 leitete der allererste Vorsitzende den Verein wieder, oder das,
was von ihm übrig geblieben ist. Das Programm war auf wenige Stunden am Tag geschrumpft.
Und das fand spät nachmittags oder abends statt. Zu den Radiospitzenzeiten (morgens,
mittags etc.) war nur der CD-
An was es mangelte war ein griffiges Konzept. Aus purer Ratlosigkeit stellte man
das Musikprogramm auf deutsche Schlager um, trat damit in direkte Konkurrenz zu anderen
etablierten Radiosendern. Nach außen gaukelte man vor, das neue "Konzept' greife,
aber die Wahrheit sah anders aus -
Schulden, hauptsächlich durch unüberlegte und überwiegend unnütze Anschaffungen, mangelndes Konzept eines ansprechenden Programms für eine kaufkräftige Zielgruppe, vergeigte Akquisition und ein zu starkes Selbstvertrauen haben den Sender zwangsläufig in den Ruin getrieben. Die Telekom schaltete am 2. Januar 2003 die Sender ab, nachdem die Schulden ins Unendliche gewachsen waren.


Erzählt vom Initiator Horst D. Frambach
War Radio Donnersberg MEIN Baby? Nun, es haben viele an diesem Projekt mitgearbeitet;
ohne deren Hilfe wäre das Projekt nie zustande gekommen. Aber, im Grunde genommen
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